Integration im Dzogchen. Public Talk, Freiburg, 2009

James Low

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Öffentlicher Abendvortrag, Freiburg 11 Juni 2009.
Übersetzt von Wulf Niepold

Exzerpte

…Es ist ein bisschen wie im Märchen von Dornröschen: Nachdem sie sich an ihrem Geburtstag in den Finger gestochen hat, fällt sie in einen tiefen Schlaf. Nach und nach wachsen die Wildpflanzen, die Dornenbüsche und -ranken über ihr zusammen.
Aber eines Tages kümmert sich ein junger Prinz um diese schöne Frau. Als er den dunklen Wald betritt und das ganze Dickicht aus scharfen Dornen sieht, zieht er sein Schwert, haut sich einen Durchgang frei, und mit einem einzigen zärtlich innigen Kuss weckt er das Mädchen.
Viele sehen das spirituelle Leben etwa in dieser Weise: Alle Wesen sind gewissermaßen schlafende Buddhas, eingewickelt in verschiedene Arten von Konditionierung und Karma. Aber wenn wir unser heiliges Wahrheitsschwert ziehen, werden wir uns zu ihnen durchschlagen und sie befreien…
…Wir sind nicht die Besitzer unserer Natur, sondern vielmehr die Kinder unserer eigenen Natur. Der Bereich des „Ich“ ist ein energetisches Erscheinen. Das Ich ist kein Problem, das gelöst werden müsste, es ist nichts, was es zu beseitigen gälte. Aber es muss in die Arme seiner Mutter zurückgebettet und dort sicher gehalten werden. Die Mutter ist Raum. Die Natur unseres Gewahrseins, der Grund (ground) unserer Existenz ist offener Raum, ohne Ecken oder Ränder, etwas ohne Anfang oder Ende…

Inhalt

Photo von Krishna Siegfried Beutel, Todtmoos, 2008

 

Was ist die Natur meiner Existenz?
‚Gewahrsein’ oder ‚Präsenz’ meint einen Zustand vor dem Auftauchen von Gedanken
Freundschaft schließen mit sich selbst
Mitgefühl und Konnektivität